Hansi Hinterseer

NK: Hansi, vielen Dank, dass Du uns trotz Deiner knapp bemessenen Zeit dieses Interview gibst. Woraus schöpfst Du eigentlich die Kraft das alles durchzustehen?
HH: Ich habe das Glück, meine Liebe zur Natur, die Schönheit unserer Bundesländer und unserer Berge, von denen ich ein absoluter Fan bin, Menschen in Europa im Fernsehen näher zu bringen. Ich bin hier groß geworden, habe hier meine Erfolge gefeiert, fühle mich wohl in unserer schönen Natur und schöpfe daraus viel Kraft, die ich auch brauche. Schön ist, dass ich das alles filmisch darstellen darf und die Leute daran Spaß haben. Das gibt mir immer wieder die Kraft für Neues.

NK: Deinen sportlichen Weg und Deine Erfolge bei Olympia, Weltmeister und Weltcupsieger kennen die meisten von uns. Wie aber bist Du nun zur Musik gekommen?
HH: Wie es im Leben so spielt, war ich zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten zusammen. Jack White hatte die Idee mit mir musikalisch etwas zu machen. Es ist aus Spaß entstanden. Ich hab mir gesagt, was habe ich zu verlieren, außerdem wollte ich eine Schallplatte aufnehmen, wie es vor mir schon Toni Sailer, Annemarie Moser und Franz Beckenbauer getan hatten. Ich habe mir gedacht, wenn sich das gut entwickelt, umso schöner, aber im Endeffekt entscheiden die Fans, ob du Erfolg hast oder nicht. Nun scheine ich etwas zu haben was die Menschen gerne mögen und mir macht es wiederrum einen Riesenspaß den Menschen Freude zu bereiten. Sie lohnen es mir indem sie mir viel zurückgeben und dass sie mich nehmen wie ich bin.

NK: Was sind Deine musikalischen und filmischen Zukunftspläne?
HH: Musikalische Pläne sind die Fertigstellung und Veröffentlichung meines neunten Albums und das Aufnehmen einer neuen Weihnachts-CD, die im Oktober rauskommen wird. Außerdem laufen die Vorbereitungen für die Tournee Österreich/Schweiz im Herbst dieses Jahres und eine 40-tägige Tournee durch Deutschland 2002. Natürlich ist da noch das Openair, am 24.8.2002, in Kitzbühel, auf das ich mich sehr freue und wo das Tiroler Echo dabei sein wird, das Alpentrio Tirol, die Stoakogler, F.Jordi , Petra Frey und der Andy Borg. Das wird bestimmt eine Supersache mit einer tollen Atmosphäre. Sogar der ORF und das ZDF sind dabei.

NK: Sage uns doch bitte einmal etwas über Deine beliebte Sendung „ Herzlichst, Hansi“ Wie entsteht so etwas und wie oft werden wir die Sendung noch sehen?
HH: „Herzlichst Hansi“ ist seit 1996 im Programm, hat angefangen im österreichischen Fernsehen und mittlerweile habe ich das große Glück, dass auch das ZDF dazugekommen ist. Da darf  ich drei Sendungen im Jahr produzieren, die jeweils zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr ausgestrahlt  werden, was nicht selbstverständlich ist. Es ist eine große Ehre für mich. In Österreich senden wir die Sendung zweimal im Jahr. Mehr will ich eigentlich  auch nicht machen,  weil weniger manchmal mehr ist.  Ich habe das große Glück alles selbst, das Musikalische und die Festlegung der Region, in der wir drehen wollen, aussuchen zu können. In meinem Freund Edi Ehrlich habe ich einen tollen Drehbuchautor, mit  dem ich zusammen meine Ideen verwirkliche.  Außerdem hab ich das große Vergnügen seit 1996 mit dem gleichen Film-Team  arbeiten zu dürfen.  Wir verstehen uns prächtig,  was man auch am Resultat merkt.

 


 

NK: Als  Sport- CoKommentator bist Du allen bekannt. Wann werden wir Hansi Hinterseer als Moderator einer großen Samstag-Abend Show sehen? Dass Du auch das kannst, hast Du eindrucksvoll gezeigt, als Ihr Künstler die erkrankte Moderatorin Carmen Nebel vertreten  musstet. HH: (lacht) Ja, das war spontan und lustig. Ich habe schon einmal das Angebot bekommen den Musikantenstadl zu moderieren, glaube aber, dass das nicht so mein Thema ist. Ich fühle mich eingentlich wohl, mit dem was ich jetzt mache, habe meine Tuorneen,meine Auftritte und meine Fernseharbeit Ich habe eigentlich so viel zu tun, dass ich das Andere gar nicht suche.Ich sehe mich eigentlich auch nicht so. Man soll zwar nie, „nie“ sagen, aber im Moment nicht.
                     
NK: Ich habe Dich bei den Dreharbeiten zu Deinem neuen Film
„Da wo die Berge sind“ und bei Konzerten beobachtet und bin begeistert,  wie Du mit Menschen, egal was und wer sie sind, umgehst. Wie schaffst Du es, in dem Berühmtheitsgrad, in dem Du bist, so natürlich und freundlich zu sein?
HH: Na, ich würde sagen, dass ich das Fundament dazu von Kindheit auf habe. Ich habe sehr, sehr viel von meinen Großeltern und meiner Tante gelernt. Wir haben wenig gehabt. Ich bin arm aufgewachsen und trotzdem hattenwir auf der Seidlalm das Paradies vor der Tür und es war toll, dort in der Schönheit der Natur groß zu werden. Es war teilweise brutal da oben, aber wir waren zusammen, wir waren eine Familie. Da habe ich erfahren dürfen, was das alles wert ist. Ich habe dort das Fundament für das Leben mitbekommen. Dann hat der Sport mich geprägt, das Lernen mit Erfolg und Niederlage umzugehen, den Umgang mit Fans und Medien zu verdauen. Das alles spielt eine große Rolle, gerade in jungen Jahren, wo man noch nicht so gefestigt ist. Das alles hat mir geholfen, der zu werden, der ich heute bin. Natürlich haben mich auch meine Amerika-Aufenthalte geprägt. Auf die Menschen zuzugehen war eigentlich nie ein Problem für mich und hat mir sehr geholfen. Aber das Größte und Prägnanteste war sicher das Großwerden bei meinen Großeltern und bei meiner Tante.

NK: Deine Familie scheint ein Ruhepol in Deinem Leben zu sein. Wie werden Deine Töchter mit der Berühmtheit ihres Vaters fertig?
HH: Die Dirndln sind ganz normal erzogen, sie bewegen sich ganz normal in ihrem Umfeld und sie mussten lernen damit umzugehen. Ich bin auch nicht der „Berühmte“, ich bin der „Hansi“ und fertig. Die Kitzbühler wissen das und ich gehe genauso normal über die Strasse wie der Sepp, der Franz oder der Toni. Ich fühle mich wohl daheim und wir versuchen die Kinder im gleichen Sinn zu erziehen und gleichwohl von dem ganzen Trubel fernzuhalten. Das ist bisher recht gut gelungen. Da haben auch die Medien recht gut mitgespielt, weil ich mit ihnen über das Thema geredet habe. Es wäre nichts leichter für mich, als meine Kinder bei der Presse zu vermarkten, aber das will ich nicht. Die Leute wollen mich, ich bin gerne für sie da, aber Privatleben ist Privatleben.

NK: Wer berät Dich, was dein Outfit angeht. Gibt es da einen berühmten Friseur und einen Modeschöpfer im Hintergrund?
HH: (lacht) Das ist alles Hansi Hinterseer. Da mache ich mir meine eigenen Gedanken darüber, wie damals beim Skilaufen, als ich der Erste war, der eine weiße Hose trug, worüber alle lachten. Ich geh, in dieser  Beziehung, einfach meinen Weg und ziehe das an, was mir gefällt. Ich  gehe nicht nach der Mode, das ist mir gleich. Ich muss mich wohlfühlen und so mache ich das. Mit meinen Haaren ist das genauso. Ich muss sie  auf dem Kopf tragen und nicht andere. Darüber sollten sich die Leute nicht so viel Gedanken machen.

NK: Hat Hansi Hinterseer noch Zeit für Hobbys und wenn ja, welche sind das?
HH: Sicherlich der Sport, weil der für mich eine irrsinnige Entspannung ist. Ich gehe gerne in die Berge, gehe Golfen, gehe Radeln und spiele gern Tennis und Fußball. Das sind schon Sachen, die ich recht gerne mache und die mir natürlich viel Kraft geben.

NK: Wo verbringen Hinterseer`s am liebsten Ihren Urlaub?
HH: Wir fahren sehr gerne ans Meer, aber nach zehn Tagen zieht es mich schon wieder zurück in die Berge.
NK: Freundschaft ist Dir sehr wichtig. Überall wo ich hinkomme, auf den Hahnenkamm, die Seidlalm oder auch sonst wo, höre ich immer der Hansi war da, der vergisst keinen. Was bedeuten Dir die Freunde?
HH: Freunde zu haben, ich glaube das ist erst mal die Familie, denn Freunde und Familie, das ist eins für mich. Wenn nebenbei zusätzlich noch ein oder zwei dazukommen ist es schön, aber fast nicht möglich. Man weiß aber erst bei Erfolg oder Misserfolg ob man Freunde hat oder nicht. Da habe ich schon viel erlebt. Ich habe halt sehr viele gute Bekannte. Ein wirklich guter Freund ist der Hans Czappek, den ich von klein auf kenne und der ein wahrer Begleiter in meinem Leben ist. In meiner Position ist es natürlich sehr schwer, da ich großen Erfolg habe, dann gibt  es die, die deine Entwicklung missverstehen und die sich vor den Kopf gestoßen fühlen, weil es nicht mehr so ist wie es einmal war.

NK: Spürst Du einen gewissen Stolz oder gar Anerkennung für Deine Aktivitäten und Werbewirksamkeit in Deiner Heimatstadt Kitzbühel und wie zeigt sich das?
HH: Ich bin stolzer Kitzbühler, in Kitzbühel geboren und auf der Alm, am Berg aufgewachsen. Für mich ist Kitzbühel der schönste Platz auf der Welt. Ich habe wunderschöne Plätze auf der Welt gesehen, aber meine Familie und ich fühlen uns hier am wohlsten. Es gibt tolle Leute hier und ich versuche das in meinen Beruf einzubinden. Ich will den Leuten im Ausland zeigen, wie schön es bei uns ist und Menschen dadurch zu uns zu bringen. Das gefällt mir und macht mich glücklich.

NK: Was würdest Du in Kitzbühel ändern wenn Du  Bürgermeister wärst?
HH: (lacht) Politisch bin ich nie gewesen, habe aber eine politische Meinung, gehe auch wählen, aber Politik sollen Leute machen die sich dazu berufen fühlen.

NK: Selbst bei diesem Interview hab ich Dich wieder als sympathischen Menschen  und Künstler erleben dürfen. Danke für die Zeit und weiterhin  so großen Erfolg mit all Deinen Aktivitäten.

Interview: Dieter A.Grabe

Ganz herzlichen Dank an:
Neue Kitzbüheler Medienverlag GmbH
Chefredakteur und Geschäftsführer
N. Reiter
www.reva.net

  

 

 

 


 

 

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